Ausbrennen - 'to burn out'

Wer ausgebrannt ist, hat sich vorher für eine Sache von Herzen engagiert, hat loyal und solidarisch gehandelt.“ - Das Burnout wird mit dem Wort ‚ausbrennen‘ übersetzt und zeichnet sich als andauernder Erschöpfungszustand aus. Lest mehr über diese Erschöpfung, den Verlauf und Tipps.


Das Burnout wird mit dem Wort ‚ausbrennen‘ übersetzt und zeichnet sich als andauernder Erschöpfungszustand aus. Hervorgerufen durch durch ein Zusammenspiel von inneren Faktoren wie hohen Ehrgeiz, idealistische Ziele und externe Faktoren wie Belastung, Druck und Konflikte, sind Menschen in sozialen Berufen wie LehrerInnen, ÄrztInnen, KrankenpflegerInnen, ManagerInnen, AbendstudentInnen und Jungmütter mehrheitlich davon betroffen. Wer seinen Körper wieder lesen und fühlen lernt, erlangt wieder Kompetenz zu reagieren und sich zu schützen. Burnout is ein Versuch unseres Systems, wieder ins Gleichgewicht zu kommen. „Wer ausgebrannt ist, hat sich vorher für eine Sache von Herzen engagiert, hat loyal und solidarisch gehandelt.“ 


Burn Out & Phasen

Frauen, die im Alltag mehrere Aufgaben wie Haushalt, Kinder, Beruf, Pflege der Angehörigen… zu handeln haben, empfinden den übermäßigen Dauerstress als normal. Burnout kündigt sich meist durch körperliche Symptome wie Magen-Darm-Probleme, Herz- Kreislaufprobleme, Immunschwäche, Konzentrationsschwierigkeiten… an. 

 

Risikofaktoren:

  • Starkes Verantwortungsbewusstsein
  • Perfektionsdrang und Idealismus
  • Sehr hohe Erwartungen
  • Alles alleine machen wollen
  • Starker Ehrgeiz

Viele erkennen sich selbst beim Durchlesen der Risikofaktoren, denn Burnout kann jeden Menschen betreffen. Ausschlaggebend sind mindestens zwei innere Faktoren die sich bekämpfen: Eine Seite die 'sagt' und bemerkt, dass es alleine nicht mehr geht und man nicht mehr kann, bereits an der Grenze oder darüber hinaus ist. Die andere Seite die sich für das Weitermachen und Durchhalten und auf bessere Zeiten warten ausspricht. Dieser innerliche Kampf erschöpft, zu der körperlichen Müdigkeit und Angeschlagenheit, noch zusätzlich. 

 

Phasen:

  1. Überaktivität im Aussen und Überforderung im Inneren
  2. Reduziertes Interesse: Nur mehr notwendigste Dinge werden erledigt
  3. Emotionale Reaktion: Schuldsuche
  4. Abbau, nachlassende Leistungsfähigkeit: Fehler passieren, Vergesslichkeit
  5. Kein Interesse: Emotionale Isolation, keine Hobbys oder Familie & Freunde
  6. Körperliche Beschwerden
  7. Verzweiflung, Hilflosigkeit, Depression

Tipps & Strategien

In unserer Multitaskinggesellschaft bekommen wir kaum mehr mit wie das Essen schmeckt. Daueraktivität, immer am Sprung und To-Do-Listen abarbeitend und erledigend. Um sich vor der Reizüberflutung zu schützen und zu Entschleunigen, raten Experten ganz bewusst nur eine Sache zu machen und darauf zu achten. Essen ohne nebenbei fern zu sehen, Treppen steigen ohne zu telefonieren und mal spüren was sich dabei im Körper tut - wie reagiert mein Herz, mein Atem? Ganz nach dem Motto „Vergangenes ist vorüber, Zukünftiges noch nicht geschehen. Nur die Gegenwart steht uns im Leben zur Verfügung.“ 

 

Seid eigensinnig! Eigensinn, so definierte Herman Hesse diese Eigenschaft, ist alles, „was einen eigenen Sinn hat.“ . Dinge, die wir selber nicht wollen, die gegen unseren eigenen Sinn und unser Gefühl gehen, belasten unsere Gesundheit. So zu leben, dass es für einen selbst richtig erscheint und sinnvoll ist, das ist ein hervorragender Schutzschild um Stress abzuwehren. 

 

'Nein‘ ist das beste Burnoutverhütungsmittel.“ sagt der Psychotherapeut Gunther Schmidt.

  • Nein zu den überhöhten Ansprüchen.
  • Nein zu gesellschaftlichen Vorgaben und Rollenbildern.
  • Nein zum perfekten Haushalt.

 

Wenn man Zeit für sich gewinnen will, muss man andere Dinge lassen, zum Beispiel das übermäßige putzen, oder das Aufräumen oder das Autowaschen. Wie viel Zeit geht drauf, weil wir Haus und Garten perfekt haben wollen? Oder weil wir glauben, wir müssten alles sofort und nach einem ungeschriebenen und strengen Zeitplan erledigen? „Wenn wir an Leib & Seele gesund bleiben wollen, sollten wir etwas Unordnung und Chaos zulassen.“ meint Psychotherapeut Till Bastian.

 


 „Zeit ist die Währung deines Lebens. Du gibst sie aus. 

Erlaube anderen nicht, sie für dich auszugeben.“ 

 

 (Carl Sandburg, Dichter & Historiker)   


Aus Gründen der Lesbarkeit wurde darauf verzichtet, geschlechtsspezifische Formulierungen zu verwenden. Soweit personenbezogene Bezeichnungen nur in männlicher Form angeführt sind, beziehen sie sich auf Männer und Frauen in gleicher Weise.