Beziehungs'un'fähig?

'Du bist doch nicht beziehungsfähig!' Manche haben diesen Satz schon gehört oder zumindest über sich selbst oder eine andere Person gedacht.

Gerade Kennengelernt, doch plötzlich wird der Partner oder die Partnerin zum Geist und zieht sich immer mehr zurück. Die vermeintliche Enge und Bindung wird unerträglich.

Woher kommt dieses Verhalten und wie kannst du damit umgehen? Wie erkennst du Bindungsangst? Lies mehr darüber im Blog.


Generation beziehungsunfähig

Im gleichnamigen Buch von Michael Nast schreibt der Autor, dass der zunehmende Perfektionismus und die damit einhergehende Suche nach dem perfekten Partner eine lang andauernde Beziehung verhindern. Vor allem jüngere Leute binden sich nicht gerne. 

'Ich bin beziehungsunfähig.' wird oft auch als Ausrede genutzt, um gar nicht erst an einer Beziehung arbeiten zu müssen. Michael Nast nennt diese Aussage die 'Migräne des Mannes.' ;)


Bindungsangst

Der perfekte Partner wird gesucht und endlich gefunden. Es folgt ein plötzliches Entziehen und Abtauchen nach den ersten Treffen, das Handy ist aus, der Account gesperrt. Diese Unverbindlichkeit und der andauernde Wechsel zwischen Nähe & Distanz sind Symptome von Bindungsangst.

Menschen mit Bindungsangst brechen oftmals einen Streit vom Zaun, werfen dem Partner vor sie einzuengen und reagieren oft kalt und abweisend. 

Bindungsangst kann sich aber auch zeigen, dass man sich immer in vergebene oder verheiratete Partner verliebt, unerreichbare Partner scheinen immer wieder ins Leben zu kommen. Unbewusst werden Partner gesucht, die keine Beziehung führen können oder zu weit weg leben um erst gar keine Nähe entstehen zu lassen. 


Erlernte Beziehungen

Die wachsenden Ansprüche an eine Beziehung und die Unabhängigkeit der Frau sind einige Faktoren die heutzutage zu einer schnelleren und häufigeren Trennung führen. Bindungsängste hat es jedoch schon immer gegeben, sie sind heutzutage nur besser sichtbar

 

Der Umgang und das Verhalten im Alltag und bei Konflikten, lernen wir als Kinder im Elternhaus. Wir erfahren was Nähe und Distanz bedeutet und lernen zu vertrauen - uns selbst und anderen Menschen.

Der Umgang mit Kindern hat sich in den letzen Jahren und Jahrzehnten zunehmend verbessert. Eltern heutzutage sind wesentlich besser darüber aufgeklärt, was Kinder brauchen und ihnen gut tut als Eltern in der Nachkriegsgeneration. 

 

Die Scheidungsrate ist zwar höher, Studien haben jedoch belegt, dass es für ein Kind besser ist, wenn sich die Eltern trennen, als in einem andauernd streitenden Umfeld aufzuwachsen. Eine stark zerstrittene Beziehung der Eltern ist häufig auch ein Grund für die Bindungsangst


Beziehungsfähig

Die Erfahrungen aus der Kindheit oder eine Trennung der Eltern ist kein vorgefertigtes Schicksal für eine Beziehungs'un'fähigkeit.

Durch das Erkennen von vorhandenen Mustern & Wiederholungen, können diese unterbrochen werden. 

Beziehungsfähige Menschen können sich in einer aufrechten Beziehung frei fühlen, die Nähe macht ihnen keine Angst.

Der erste Schritt raus aus einem Muster ist immer die ErkenntnisSelbstreflexion. Einige Fragen die du dir stellen kannst sind: 

  • Was genau macht mir Angst an einer Beziehung?
  • Was sind meine Befürchtungen? Wie begründet sind diese wirklich?
  • Welche, vielleicht vorgefertigten, Erwartungen habe ich an eine Beziehung?
  • Können diese Erwartungen überhaupt erfüllt werden?
  • Was bedeutet Nähe für mich?

Durch das Anschauen & das Aussprechen der Gefühle ergibt sich für dich vielleicht schon ein erster Lösungsansatz. Gerne begleite ich dich oder euch als Paar auf diesem Weg von der Beziehungs'un'fähigkeit in die Beziehungsfähigkeit! Im Rahmen einer Einzel- oder Paarberatung lernst du dich, deine Wertvorstellungen und deine Art wie du mit Beziehungen umgehst besser kennen und bewusster damit umzugehen. 


Aus Gründen der Lesbarkeit wurde darauf verzichtet, geschlechtsspezifische Formulierungen zu verwenden.

Soweit personenbezogene Bezeichnungen nur in männlicher Form angeführt sind, beziehen sie sich auf Männer und Frauen in gleicher Weise.