Psychohygiene - Einen guten Umgang mit dem Stress finden

Viele unterschiedliche Rollen und Aufgaben begleiten uns durch den Tag.

Beruf, Hobbys, Freunde und Familie sind nicht immer unter einen Hut zu bekommen.

 

Das kann ganz schön stressen und manchmal auch überfordern.

Vielleicht kennst auch du das Gefühl, dass du die eigenen Bedürfnisse dabei immer wieder übersiehst und dich dadurch sogar irgendwie verloren fühlst.

Was da hilft? Eine achtsame Psychohygiene hat sich dabei bewährt, um wieder mehr inneres Gleichgewicht zu spüren.

 

Hier erfährst du mehr über die Bedeutung der Psychohygiene und erhältst wertvolle Tipps im Umgang mit dem Alltagsstress


Was meint Psychohygiene?

Das Wort ‚Hygiene‘ verbinden wir meistens mit unserem Körper und der Umwelt. Doch so, wie wir Zähneputzen und in die Dusche gehen, braucht auch unsere Psyche Pflege und Ordnung. Und für eine solche Ordnung in der Seele kann man wie bei einem klassischen Frühjahrsputz sorgen – nur eben innerlich.

Dazu gehört, dass wir erst mal wirklich alles aus unseren emotionalen Schränken und Schubladen raus holen und uns einen Überblick darüber verschaffen, was wir eigentlich alles besitzen.

Dann heißt es: Abwägen, was wir davon noch brauchen, was wir an einem neuen Ort verstauen wollen, was wir vielleicht schon ganz vergessen haben, obwohl wir dafür gerne einen prominenteren Platz finden möchten, und wovon wir uns möglicherweise ganz befreien möchten.

Durch Psychohygiene können wir die Psyche von Sorgen, Ängsten, Wut und anderen negativen Gefühlen gereinigt. Das innere Gleichgewicht wird wieder in Balance gebracht. 


Ist Stress immer schlecht?

Stress ist zum Teil der Antrieb für unser Leben. Stress macht das Leben spannend und auch abwechslungsreich.

Zwischen den Phasen der Anspannung und des negativen Stresses sollte es aber immer wieder Erholungsphasen geben, Phasen der Entspannung.

Fehlen die Erholungsphasen, laufen wir permanent auf Hochtouren und der Stress kann chronisch und belastend werden.


Was kann ich tun?

Alltägliche Herausforderungen und Anspannung in Maßen können durch Achtsamkeit und mit den unten angeführten Tipps reduziert werden. Bei immer wiederkehrenden Problemen und Mustern unterstützt eine psychologische Beratung


Auszeit

Gönn’ deinem Kopf und deiner Psyche eine Pause. Das kann ein Ausflug oder Mini-Kurzurlaub sein, ein Buch oder ein guter Film auf der Couch. Was auch immer du gerne machst und dir gut tut.

TippHandy aus - chill-out-mode an!


Entspannung

Übungen für eine körperliche Entspannung sind leicht zu erlernen und überall anwendbar. In der Muskelentspannung nach Jacobson beispielsweise denkt und konzentriert man sich auf einen Teil des Körpers, spannt und entspannt diesen mit jedem Atemzug immer mehr.

Probier’s gleich aus: Denk’ an deine Schultern, spür die Muskulatur, spann diese bewusst an und versuch deine Schultern in den nächsten Minuten mehr und mehr zu lockern und zu entspannen, indem du diese mit jedem Atemzug schwerer werden lässt.

So kannst du nun vom Kopf bis zu den Zehen vorgehen. Dauer ca. 10 Minuten mit etwas Übung, der Effekt hält länger an. 


Dokumentation

Für manche Menschen ist es kaum vorstellbar, doch anderen geht es mit dem schriftlichen Festhalten des Tagesverlaufs sehr gut. Indem du dir die Antworten auf Fragen wie "Was lief heute besonders gut und hat mich gefreut?" oder "Wo war ich nervös und angespannt?" über mehrere Wochen notierst, findest du deine Stressoren – also die Auslöser für deinen inneren Stress – und lernst, diese besser kennen und damit umzugehen


Bewegung

Es muss kein Hochleistungssport sein, denn auch moderate Bewegung an der frischen Luft tut Körper, Geist und Seele generell gut. Viele Jogger kennen das Gefühl, nach dem Laufen den Kopf so richtig frei bekommen zu haben. Gartenarbeit, Wandern oder ein ausgedehnter Spaziergang entschleunigen und erden dich wieder.


Reden

An dem Ausdruck "sich etwas von der Seele reden" ist einiges dran. Nach einem guten Gespräch empfindet man oft eine Erleichterung, weil endlich alles gesagt wurde oder "heraußen" ist.

Hast du eine gute Gesprächspartnerin oder einen guten Gesprächspartner? Dann nimm’ dir doch die Zeit für ein Treffen.  


Beziehungen

Gute  Beziehungen können eine Stütze sein. Pflegt eure Freundschaften und Beziehungen. 

Vielleicht ist gerade das Lesen dieser Zeilen ein toller Anlass, endlich wieder deine FreundInnen zu dir einzuladen und mit ihnen einen gemütlichen Abend zu verbringen?“

Auch in Partnerschaften ist eine gemeinsame Auszeit wichtig, um wieder zueinander zu finden. Tipp: Verabredet euch wieder! Das Date kann Zuhause bei einem gemeinsamen Abendessen in Ruhe stattfinden oder bei einem Kinoabend


Kreatives, Neues

Versuch’ dich an etwas, was schon lange auf deiner to-do-Liste steht. Probier das neue Hobby aus! Versuch dich im Malen, Töpfern, Singen und hab Spaß dabei! 


Wohlfühlplatz

Erschaff dir in deinem Zuhause eine Ecke für dich, in der du entspannen und ankommen kannst. Oder finde draußen in der Natur einen Platz, an dem du dich zurückziehen und deine Gedanken sammeln und sortieren kannst.

Tipp: Nimm’ dir ein Stück von deinem Wohlfühlort in der Natur mit. Sei es ein Stein oder Stück Holz, das du immer bei dir tragen kannst. So wirst du im Alltag an deinen Ort erinnert. Das kann dir helfen, dich zu entspannen.


Akzeptanz

Es gibt Situationen, die sich vorerst nicht ändern lassen. Durch das Erkennen und Annehmen der ganzen Situation, so wie sie ist, kann der erste Schritt raus aus der verfahrenen Situation gelingen. Hier findest du Infos und Tipps zum Thema Konflikte meistern. 


Dran bleiben

Psychohygiene sollte wie das Zähneputzen zum Alltag gehören. Nimm’ dir einige Minuten Zeit für dich und frag dich "Wie geht es mir gerade?" & "Was stresst mich?“, um dich noch besser kennen und (ein)schätzen zu lernen. 


Ich wünsche dir viel Spaß beim Erkunden und Ausprobieren.